Nutzen Sie das Arbeitgeberdarlehen für die Baufinanzierung

Grundvoraussetzung, um eine Kreditfinanzierung über Jahre hinweg stemmen zu können, sollte ausreichend Eigenkapital sein. Wer in den vergangenen Jahren nicht ausreichend Geld angespart hat, wird jedoch in diesem Punkt kaum eine Möglichkeit sehen, etwas beizusteuern. Es ist möglich, sich zusätzlich Geld von privaten Quellen zu sichern, um die von der Bank benötigte Kreditsumme zu reduzieren. Ein Arbeitgeberdarlehen eignet sich besonders gut, um Eigenkapital aufbringen zu können.

Für den Kreditnehmer bedeutet dies in der Regel eine schnelle Bearbeitungszeit, da der Arbeitgeber sich für seine Überlegungen nicht so viel Zeit lassen wird, wie die Bank. Auch mit hohen Bearbeitungsgebühren ist nicht zu rechnen.

Ein Recht auf die Inanspruchnahme eines Arbeitgeberdarlehens haben Mitarbeiter eines Unternehmens nicht. Dennoch gibt es viele Fälle, in denen der Arbeitgeber seinem Angestellten vertraut, weil dieser bereits jahrelang bei ihm beschäftigt ist. Arbeitnehmer, die Eigenkapital für den Kauf oder Bau eines Hauses benötigen, sollten daher in Betracht ziehen, ihren Arbeitgeber um ein Arbeitgeberdarlehen zu bitten.

Das Arbeitgeberdarlehen ist allerdings an einige Aspekte geknüpft, die unbedingt einzuhalten sind. Zum einen spielt es eine Rolle, wie lange der Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt ist. Gleichzeitig spielen auch die Höhe des Verdienstes sowie die Stellung innerhalb des Unternehmens eine wichtige Rolle.

Leitende Angestellte oder Prokuristen haben die Möglichkeit, sogenannte Organkredite in Anspruch zu nehmen. Über die Vergabe dieses Kredits entscheiden Vorstand sowie Aufsichtsrat. Die Regelungen zu dieser Form der Finanzierung ergeben sich aus § 15 KWG (Kreditwesengesetz).

Gegenüber einem herkömmlichen Kreditvertrag erweist sich der Vertrag zum Arbeitgeberdarlehen als vorteilhaft, denn der Inhalt des Vertrages wird ausschließlich mit dem Arbeitgeber ausgehandelt. Zu den zu verhandelnden Faktoren gehören neben der Darlehenssumme auch die Zahlungsziele, die Nebenbedingungen sowie die Zinssätze. Selbstverständlich muss der Vertrag dennoch den Vertragsrichtlinien entsprechen. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist es wichtig, einen Punkt in den Vertrag einzuarbeiten, welcher sich darauf bezieht, wie sich die Rückzahlung im Falle der langfristigen Erkrankung des Arbeitnehmers gestaltet. Die meisten Arbeitgeber verzichten neben dem Lohn auf weitere Sicherheiten.

Einen wichtigen Fakt sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber beim Arbeitgeberdarlehen dennoch beachten: Kündigt der Mitarbeiter oder wird er fristlos entlassen, ist das geliehene Geld unverzüglich an den Arbeitgeber zurückzuzahlen.

Am 01.10.2008 wurde erstmals in einem Erlass des Bundesfinanzministeriums der Begriff „Arbeitgeberdarlehen“ erwähnt. Dieser Erlass legte gleichzeitig fest, dass es von nun an keinen Mindestzinssatz mehr gibt, was dem Kreditnehmer zu Gute kommt. Seit diesem Zeitpunkt muss in den Darlehensvertrag der von der Bundesbank vorgegebene Maßstabszinssatz eingebunden werden. Für die Feststellung, ob ein geldwerter Vorteil zu erwarten ist, werden 96 Prozent in die Berechnung einbezogen. Auf die Zinsen, die hierdurch eingespart werden, muss der Versicherungsnehmer die Einkommenssteuer bezahlen. Daher wird die Einsparung bei den Zinsen auf den Arbeitslohn draufgeschlagen.

Da das Arbeitgeberdarlehen durch den Lohnzettel besichert ist, wird es als Eigenkapitalersatz gewertet, sodass sich die Darlehensquote erhöht. Dies wiederum hat einen positiven Einfluss auf die Bonität des Kreditnehmers. Somit kann die Baufinanzierung zu einem erheblich günstigeren Zinssatz umgesetzt werden.

Selbstständige, die einen Kredit aufnehmen möchten, haben es in der Regel nicht leicht. Sie müssen deutlich mehr Aufwand betreiben als ein Angestellter, um eine Zusage der Bank zu erhalten. Auch der Kreditvertrag muss anders gestaltet werden.

Möchte ein Selbstständiger einen Kredit aufnehmen, muss er bei der Bank mit enormem Widerstand rechnen. Viele Banken geben selbstständig tätigen Kunden von Vornherein keine Chance auf einen Kredit. Ob die Banken sich auf eine Kreditvergabe einlassen, hängt unter anderem damit zusammen, in welchem Bereich der potenzielle Kreditnehmer tätig ist. Banken sind gern gewillt, Ärzten, Rechtsanwälten, Apothekern oder Tierärzten einen Kredit zu gewähren. Freiberufler aus anderen Berufsgruppen haben es dagegen schwer. Gewerbetreibende, die im Hotel-, Taxi-, Bau – oder Gaststättengewerbe tätig sind, haben mit Abstand die geringsten Chancen, ein Darlehen von der Bank zu erhalten. Für Banken sind diese Branchen zu risikoreich.

Eine weitere Rolle spielt, wie lange der Selbstständige seiner Tätigkeit bereits nachgeht und mit welchem finanziellen Erfolg. So muss der Kunde seiner Selbstständigkeit seit mindestens drei Jahren nachgehen, um überhaupt in die engere Auswahl für einen Kredit zu kommen.

Um bei der Bank einen guten Eindruck zu hinterlassen, sollten beim ersten Gespräch sämtliche benötigten Unterlagen vollständig eingereicht werden. Hierzu gehören:

  • Geschäftsergebnisse (Bilanzen oder Gewinn- und Verlustrechnungen)
  • Selbstauskunft
  • Einkommenssteuerbescheide

Gleichzeitig sollte ein Konzept entwickelt werden, welches der Bank glaubhaft versichert, dass die Kreditsumme auch bei fehlenden Einnahmen und Krankheit zurückgezahlt werden kann.

Banken begrüßen Selbstständige, die einen hohen Anteil an Eigenkapital einbringen können. Kann der Kreditnehmer beispielsweise einen Eigenanteil von ca. 60 Prozent aufbringen, dürfte es in der Regel kein Problem sein, den gewünschten Kredit zu erhalten. Für den potenziellen Kreditnehmer kommt in diesem Fall der sogenannte Realkredit in Frage, bei welchem es sich um ein Festzinsdarlehen handelt. Im Vergleich zu anderen Festzinsdarlehen gibt es jedoch einen kleinen Unterschied: Da die Bank nur einen kleinen Teil der Baufinanzierungssumme finanziert, ist davon auszugehen, dass dieser Teil bei einer eventuellen Zwangsversteigerung jederzeit wieder erwirtschaftet werden kann. Für die Bank besteht daher nahezu kein Risiko mehr, weshalb sie vom Kunden keinerlei weitere Bonitätsnachweise verlangen wird. Selbstständige können es sich in diesem Fall ersparen, verschiedene Unterlagen zusammenzustellen.

Die meisten Selbstständigen legen einen großen Wert darauf, dass der Kreditvertrag flexibel gestaltet ist. Schließlich kann es während der Selbstständigkeit immer mal wieder zu finanziellen Engpässen durch fehlende Einnahmen kommen. Kreditverträge, bei denen die Tilgungsrate mehrfach problemlos und ohne hohe Kosten zu verursachen, verändert werden kann, sollten im Interesse des Selbstständigen stehen. Auch Sondertilgungen sollten in den Vertrag aufgenommen werden. Kommt es dazu, dass der Kreditnehmer aktuell einen hohen finanziellen Spielraum hat, kann er Sonderzahlungen leisten und somit die Kreditlaufzeit verkürzen.

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